Bis zu 9 Abschlüsse pro Tag: Aus dem Alltag eines Portfolio-Vermieters
Björn Kompfe von DaGo Immobilien dürfte einer der erfolgreichsten Portfolio-Vermieter Deutschlands sein. Ich habe ihn einen Tag lang begleitet, um sein Erfolgsgeheimnis zu entschlüsseln.

Björn Kompfe von DaGo Immo­bi­lien dürfte einer der erfolg­reichs­ten Port­fo­lio-Ver­mie­ter Deutsch­lands sein. Große private Bestands­hal­ter, aber auch kom­mu­nale Woh­nungs­un­ter­neh­men beauf­tra­gen ihn, um Leer­stände zügig zu senken. Ich habe ihn einen Tag lang beglei­tet, um sein Erfolgs­ge­heim­nis zu ent­schlüs­seln.

“Will­kom­men in meiner Hood”, sagt Björn Kompfe, Mit­ge­schäfts­füh­rer von DaGo Immo­bi­lien, als wir mit seinem Porsche in den Stadt­teil Marl-Drewer ein­fah­ren. Es ist ein grauer, nass­kal­ter Win­ter­tag. Das Wetter passt zu den Fas­sa­den der Häuser. Hier ist Kompfe für die Ver­mie­tung eines Port­fo­lios von rund 2.500 Woh­nun­gen zustän­dig. Ruhr­ge­biets-typi­sche Nach­kriegs-Rei­hen­häu­ser, viele davon mit Nacht­spei­cher­öfen aus­ge­stat­tet. Zur Hälfte wohnen darin Mieter, die vom Job­cen­ter unter­stützt werden. Deut­lich mehr als die Hälfte hat einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund. “Ab sechs deut­schen Wörtern ist die Ver­mie­tung kein Problem”, ist das Credo des Port­fo­lio-Ver­mie­ters. “Miet­ver­trag” muss dar­un­ter sein, den Rest kläre man schon mit Händen und Füßen. Selbst, wenn jemand das Minimum nicht erreicht, ist die Lage nicht aus­sichts­los: Dann hilft ein ara­bisch und tür­kisch spre­chen­der Mit­ar­bei­ter, der per Smart­phone zum Simul­tan-Über­set­zer wird.

Ich begleite Kompfe einen Tag lang bei einer Tour durch seinen Bezirk. Ich möchte ver­ste­hen, wie er es schafft, selbst unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen Leer­stände zu redu­zie­ren. Heute stehen 17 Besich­ti­gungs-Termine  auf dem Plan, halb­stün­dig getak­tet. “Schon­pro­gramm, dir zu liebe”, grinst Kompfe. “Meis­tens mache ich mehr Termine – bis 21 Uhr, damit sich die Fahrt auch lohnt”, sagt der Diplom-Kauf­mann. Es gelinge ihm zudem nur dank der Spät­schich­ten, die ange­strebte Selbst­zah­ler­quote unter den Mietern über 50% zu halten. Dies ist eine der wenigen Vor­ga­ben seines Auf­trag­ge­bers, einer Invest­ment­ge­sell­schaft mit Sitz in Berlin. Ansons­ten lässt diese Kompfe weit­ge­hend freie Hand bei der Port­fo­lio-Vemie­tung – und diese nutzt er: Seit Anfang 2017 hat er den damals zwei­stel­li­gen ver­mie­tungs­be­ding­ten Leer­stand prak­tisch eli­mi­niert. 

Tempo als wich­ti­ger Erfolgs­fak­tor im Ver­mie­tungs­pro­zess

Sein Erfolgs­re­zept? Vor allem die hohe Geschwin­dig­keit, mit welcher er und sein Team den gesam­ten Ver­mie­tungs­pro­zess abwi­ckeln. Von der Anfrage bei Immobilienscout24  bis zur Unter­schrift unter den Miet­ver­trag dauert es oft nur 3 Tage: inklu­sive Ter­min­ver­ein­ba­rung, Besich­ti­gung und Schufa-Aus­kunft. Dieses Tempo ist auch deshalb möglich, weil poten­zi­elle Mieter den Inter­es­sen­ten­bo­gen und die Ein­wil­li­gung zur Schufa-Aus­kunft gleich in der Wohnung aus­fül­len, sofern sie  grund­sätz­li­ches Inter­esse bekun­den. Das hat drei große Vor­teile: Es beschleu­nigt den Prozess, ver­mei­det Fehler beim Aus­fül­len – und die Inter­es­sen­ten sprin­gen mit deut­lich gerin­ge­rer Wahr­schein­lich­keit ab. Seit er den Inter­es­sen­ten­bo­gen in seinem Beisein aus­fül­len lässt, sei die Zahl der erfolg­rei­chen Ver­mie­tun­gen pro Besich­ti­gung deut­lich, um etwa 40%, gestie­gen, über­schlägt Kompfe. Die auf­ge­nom­me­nen Daten foto­gra­fiert er direkt ab und schickt sie per Mes­sen­ger in die Zen­trale. Diese leitet sie samt Schufa-Aus­kunft zur Frei­gabe an die Eigen­tü­mer-Gesell­schaft weiter. Das dauert in der Regel wenige Stunden. 

Neben dem Tempo fällt auf, welche große Rolle die Kom­mu­ni­ka­tion im Ver­mie­tungs­pro­zess spielt. “Ab der Anfrage bis zur Unter­schrift hören die Inter­es­sen­ten in der Regel täglich von uns”, schätzt Kompfe. Unter anderem gibt es einen Erin­ne­rungs-Anruf vor dem Termin, danach einen stän­di­gen Aus­tausch zu den Details. Das über­nimmt Kompfe häufig per­sön­lich. Denn nach dem Aus­fül­len des Inter­es­sen­ten­bo­gens erhal­ten seine Miet­in­ter­es­sen­ten seine Handy-Nummer – hand­schrift­lich auf dem Merk­zet­tel ver­merkt und über­reicht mit den Worten: “Das ist meine Nummer, mein Name ist Björn – und wenn irgend­was ist: anrufen.” Viele Inter­es­sen­ten fühlen sich offen­sicht­lich geschmei­chelt, dass sie die direkte Durch­wahl des Maklers samt Duz-Angebot erhal­ten.

Per­sön­li­ches Ver­trauen ist der Schlüs­sel zu erfolg­rei­cher Ver­mie­tung

Das ist keine Show. Kompfe kümmert sich tat­säch­lich per­sön­lich um viele Anlie­gen seiner Miet­in­ter­es­sen­ten und legt großen Wert darauf, eine Ver­trau­ens­be­zie­hung auf­zu­bauen. “Die meisten Woh­nun­gen besich­ti­gen wir unre­no­viert. Die Leute müssen sich also darauf ver­las­sen können, dass ich Wort halte.” Die per­sön­li­che Bezie­hungs­ar­beit zahlt sich zuneh­mend auch in Form von direk­ten Anfra­gen aus: Etwa ein Drittel aller Woh­nungs­an­fra­gen komme inzwi­schen direkt per Nach­richt oder Anruf an ihn. Das senkt die Abhän­gig­keit von den Immo­bi­li­en­por­ta­len und ihren stei­gen­den Gebüh­ren.

Abseits der Zah­len­spiele und Effi­zi­en­zer­wä­gun­gen fällt vor allem auf: Kompfe hat Spaß an dem kom­mu­ni­ka­ti­ven Aspekt seiner Arbeit. Wenn ein Termin schnell geht, wird noch gemein­sam geraucht und dabei geklönt – im Zweifel mit­hilfe der sechs deut­schen Wörter. Von Dünkel, Vor­ur­tei­len oder Berüh­rungs­ängs­ten keine Spur. Als ich abends nach dem letzten Termin des Ver­mie­tungs­ma­ra­thons ver­nehm­bar ausatme und ihm Aner­ken­nung für sein Pensum zolle, sagt Kompfe: “Ich könnte noch stun­den­lang wei­ter­ma­chen. Mich stresst das 0. Im Gegen­teil. Für mich sind eher die reinen Büro-Tage anstren­gend.” 

Und so habe ich an diesem Tag in Marl eine Menge über erfolg­rei­che Ver­mie­tung gelernt. Über den Wert von Tempo und dem Schaf­fen von Ver­bind­lich­keit. Über schlanke und schnör­kel­lose Pro­zesse. Aber vor allem darüber, wie wichtig der Spaß am Umgang mit Men­schen für einen erfolg­rei­chen Ver­mie­ter ist.

 

Zah­len­spiele: 

An einem durch­schnitt­li­chen Ver­mie­tungs-Tag macht Björn Kompfe 20 jeweils 30-minü­tige Termine. Davon finden etwa 15 statt. Inner­halb der 30 Minuten besich­tigt er bis zu 3 freie Woh­nun­gen mit den Inter­es­sen­ten. Durch­schnitt­lich bekun­den etwa 10 poten­zi­elle Mieter ihr Inter­esse und füllen direkt den Inter­es­sen­ten­bo­gen aus. Daraus resul­tie­ren 3 bis 7 Ver­mie­tun­gen – 9 Ver­mie­tun­gen sind der bis­he­rige Tages-Rekord des Port­fo­lio-Ver­mie­tungs-Dienst­leis­ters.

Kontakt: www.dago-immobilien.de

 

 

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